Balken

Hebammenlandesverband Thüringen e.V.


Familienhebamme

Leistungen und Angebote der Familienhebamme

Familienhebammen betreuen schwangere Frauen, Mütter und ihre Kinder bis zum 1. Geburtstag des Kindes. Sie haben die Möglichkeit der intensiven und langfristigen Betreuung von Mutter und Kind über die Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen hinaus.
Durch die breite gesellschaftliche Anerkennung der Hebammentätigkeit, das zusätzliche Fachwissen in psychosozialen und lebenspraktischen Fragen und die regelmäßigen Kontakte zur örtlichen Jugendhilfe, gelingt es Familienhebammen, einen Zugang zu Familien zu finden und bei Bedarf Brücken zu anderen Hilfeanbietern zu bauen.
Diese Kooperationspartner kennen zu lernen, das regionale Kooperationsnetz für sich zu erschließen und sich darin zu positionieren, ist Teil ihrer Tätigkeit.

 

Angebote der Familienhebammen

  • Hausbesuche bis zum 1. Geburtstag des Kindes
  • Begleitung zu anderen Hilfsangeboten
  • Verfügungen im Rahmen des Hilfeplan-Verfahrens, die von der zuständigen Fachkraft des regional zuständigen Allgemeinen Sozialen Dienstes getroffen werden
  • Kurse und Interessengruppen

Indikation für die Betreuung

Im Fokus der Familienhebammentätigkeit stehen in erster Linie Familien mit einer Häufung belastender und gefährdender Faktoren, wie zum Beispiel alle Schwangeren, Mütter, (werdende) Eltern und ihre jungen Kinder, die aufgrund der körperlichen Situation bzw. der gesellschaftlichen und familiären Rahmenbedingungen physisch, psychisch und/oder sozial Belastungen ausgesetzt sind. Zielgruppen für die Arbeit der Familienhebammen sind demzufolge Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf.


Indikationen für die Betreuung durch Familienhebammen können sein:

  • schwierige psychosoziale Lage (Armut, Wohnung, Partnerschaft, Straffälligkeit...)
  • sehr junge Frauen unter 19 Jahren
  • alleinerziehende Mütter
  • medizinische Probleme (mütterlich und kindlich, z.B. Frühgeburt, Risikoschwangerschaft,...)
  • unzureichende Schwangerenvorsorge / ungewollte Schwangerschaft
  • gestörte Mutter-Kind-Bindung
  • psychische Erkrankungen
  • Situationen hoher Unsicherheit, Überforderung
  • Verdacht auf Kindesvernachlässigung
  • frühere Herausnahme eines Kindes aus der Familie
  • unzureichende Wahrnehmung der kindlichen Vorsorge-Untersuchungen
  • kinderreiche Familien
  • Behinderungen, Lernschwäche
  • Verständigungsprobleme, Analphabetismus
  • Sucht- und Drogen-Konstellationen
  • Migrationshintergrund (Asyl, Sprache, Integration)

Qualifikation der Familienhebammen

Familienhebammen sind staatlich examinierte Hebammen mit Erfahrung im freiberuflichen Bereich und einer Zusatzqualifikation.
Die in Thüringen tätigen Familienhebammen haben alle an einer Fortbildungsmaßnahme „Familienhebamme" des Hebammen-landesverband Thüringen und der Thüringer Eltemakademie teilgenommen, die durch das Thüringer Ministerium für Familie, Soziales und Gesundheit gefördert wurde. Im Rahmen der Entwicklung des Projektes stehen die Familienhebammen im engen Kontakt mit dem Hebammenlandesverband.
Durch Fachberatung und Supervision werden sie auch inhaltlich beim weiteren Aufbau der Familienhebammenarbeit in Thüringen unterstützt.

 


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