Balken

Hebammenlandesverband Thüringen e.V.


Podiumsdiskussion
“Hebammenversorgung für die Zukunft sichern“


Der Hebammenlandesverband Thüringen hatte im Rahmen der Deutschlandtour des Deutschen Hebammenverbandes am 25.8.2017 zum Thema “Hebammenversorgung für die Zukunft sichern“ ins Haus Dacheröden in Erfurt eingeladen.

An der Podiumsdiskussion nahmen teil: Frau Dr. Baumgärtner, Professorin für Hebammen-kunde aus Jena, Frau Grosch (FDP), Frau Lützkendorf, (B90/Die Grünen), Frau Renner (Die Linke), Herr Schneider (SPD) und Frau Tillmann, (CDU). Die Veranstaltung wurde moderiert von Frau Reeder.

Frau Wanierke, Vorsitzende des Landesverbandes Thüringen, begrüßte die Gäste und etwa 50 Zuhörer im Saal und zeigte einen kurzen Film über die aktuelle Situation von Hebammen in Thüringen.


Der Hebammenverband fordert eine Eins-zu-eins-Betreuung für Geburten. Damit könnten Hebammen entlastet und die Betreuung der Gebärenden verbessert werden. Aktuell gibt es aber Schwierigkeiten, freie Stellen in den Kliniken zu besetzen. Deshalb wäre eine Eins-zu-eins-Betreuung kurzfristig kaum zu realisieren.

Alle Parteien waren sich einig, dass Hebammen unterbezahlt sind und die Stellenschlüssel in den Kliniken verbessert werden sollten. Auf die Frage, wie mehr junge Frauen für den Hebammenberuf gewonnen werden könnten sagte Frau Dr. Baumgärtner, junge Frauen seien möglicherweise verunsichert, ob sie als Hebamme wirtschaftlich existieren könnten. Viele Hebammen verlassen den Beruf, weil die Arbeitsbedingungen zu unattraktiv seien. Verbesserungen seien laut Dr. Baumgärtner nicht von heute auf morgen zu erreichen. Hilfreich wären eine finanzielle Unterstützung für Praxisgründungen und Anreize für Niederlassungen in unterversorgten Gebieten.

Frau Tillmann stellte fest, dass die Koalition schon viel für die Hebammen erreicht habe. Durch den Regressverzicht der Kranken- und Pflegekassen würde die Haftpflichtprämie sinken. Nach aktuellen Zahlen steigen die Prämien trotzdem weiter an. Die SPD will eine Deckelung der Haftungssumme und eine Ergänzung durch einen steuerfinanzierten Fonds erreichen. Leider ist sich die Koalition über die Lösungswege für das Problem nicht einig. Änderungen für eine einzelne Berufsgruppe seien schwierig zu erreichen, gab Herr Schneider zu. Frau Rennert von der Linken möchte die gesamte Haftpflicht in einen steuerfinanzierten Fonds umwandeln und stellte die grundsätzliche Frage, wie die öffentliche Daseinsvorsorge organisiert werden soll.

Immer wieder kam von den Vertretern der Politik die Forderung nach statistischem Datenmaterial. Frau Dr. Baumgärtner verwies auf internationale Studien, wonach eine gute Versorgung durch Hebammen nicht nur zu besseren Ergebnissen führt sondern auch kostengünstiger ist. Hebammen leisteten einen wichtigen Beitrag für Prävention und Gesundheitsfürsorge von Frauen und Familien. Dies würde in keiner Weise angemessen honoriert.

Aus dem Publikum kam der Beitrag, dass die Hebammenausbildung nach EU-Recht bis 2020 akademisiert werden muss. Dazu fehlten gesetzliche Regelungen. Es sei Aufgabe der Politik, entsprechende Gesetze zeitnah zu erstellen.

Frau Tillmann berichtete, der Modellstudiengang Hebammenkunde werde verlängert. Dazu bemerkte Frau Dr. Baumgärtner, es sei wichtig, den Studiengang zügig aus der Modellphase in die Regelakademisierung zu überführen.

Am Ende waren sich alle Beteiligten grundsätzlich einig, dass wesentliche Probleme, die die Hebammenarbeit erschweren, noch nicht geklärt sind. Die Vertreter aller Parteien sagten den Hebammen ihre Unterstützung für weitere Veränderungsprozesse zu.

 

Bericht von der berufpädagogischen Fortbildung



Foto: V.l.n.r. hintere Reihe: Fr. Kannengiser (Lehrkraft), Fr. Tüngerthal, Fr. Freitag, Fr. Standfest, Fr. Pirrhs, Fr. Fischbach, Fr. Pletsch, Fr. Heller, Fr. Bachmann. Vorne: Fr. Wöhlemann (Lehrkraft), Fr. Reichert, Fr. Pegorer. Es fehlt: Fr. Riebold.

Vom 15.8.2017 bis 17.8.2017 fand an der Marie-Elise-Kayser-Schule in Erfurt die erste berufspädagogische Fortbildung für freiberufliche Hebammen statt. Als Kooperationspartner werden die Kolleginnen Hebammenschülerinnen und -studentinnen im Externat mit ausbilden. Die dazu erforderlichen pädagogischen und kommunikativen Grundkenntnisse wurden in einem 24-stündigen Kurs vermittelt. Im lebendigen Austausch untereinander und mit den engagierten Lehrkräften wurde die Rolle als Praxisanleiterin, aber auch manche Situation aus der eigenen Ausbildung reflektiert. In Gera, Mühlhausen, Meiningen, Jena, Gotha und Erfurt können nun werdende Hebammen vom neuen Wissen der elf Kolleginnen profitieren. Finanziert wurde der Kurs vom Thüringer Gesundheitsministerium.

 

 

HLV Kontaktdaten

HLV Thüringen

1. Landesvorsitzende

Annika Wanierke

Telefon: 0361 / 22430001

E-Mail: wanierke@hebammen-thueringen.de

 


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Unsere nächste Veranstaltung

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Aktive Kolleginnen gesucht!

Im Herbst sind mehrere Ämter im Landesverband neu zu besetzen.
Wir suchen Bewerberinnen für das Amt der Stillbeauftragten, der Fortbildungsbeauftragten und der Schriftführerin.
Informationen über die Aufgaben und Rahmenbedingungen der jeweiligen Ämter sind nachzulesen unter der Rubrik „Stellenbeschreibungen“ im Mitgliederbereich. Bitte fragen Sie auch die Amtsinhaberinnen, sie geben gern Auskunft über ihre Tätigkeit.
Mit der Strukturveränderung ist zu erwarten, dass sich der Umfang der Aufgaben eher reduziert.
Wir freuen uns über Bewerbungen. Arbeiten Sie aktiv mit in Ihrem Landesverband!

 

Hebammen im Radio Frei


Am 18.August 2017 waren die Vorsitzende des Hebammenlandesverbandes Thüringen, Annika Wanierke, und die Hebamme Johanna Heller zu Gast in der Sendung NIA bei Radio Frei.
In einem lockeren Gespräch mit den Radiofrauen Katrin Schröder, Sabine Stelzl und Eva Nagler kamen die Themen zur Sprache, die den Hebammen unter den Nägeln brennen.
Klinikschließungen, Sozialversicherung, Hebammenmangel, Nachwuchsprobleme und Freud und Leid des wunderbaren Hebammenberufes. Die Sendung ist unter folgendem Link nachzuhören:
http://www.radio-frei.de/index.php?...

 

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